Charcot Osteoarthropathie | zurück zu
Dr.Trenka |
Fußzentrum DALDOSCH |

Die neuropathische oder
Charcot
Osteoarthropathie
Bei der neuropathischen oder Charcot
Osteoarthropathie handelt es sich um eine aseptische
Destruktion von Knochen und Gelenken in Kombination mit einer Neuropathie. Die
neuropathischen Veränderungen wurden erstmals von Jean Martin Charcot 1968 beschrieben.
Diabetis mellitus ist die häufigste Ursache für eine Charcot Osteoarthropathie am Fuß.
Weiters führen noch traumatische Nervenschädigungen (Nervenwurzelausriß), Syphilis oder
Syringomyelie zu derartigen Zerstörungen am Fuß. Die Pathophysiology der
Osteoarthropathie ist noch nicht gelöst. Brower und Allman vertreten die Meinung, dass
eine
vermehrte Blutzirkulation im Fuß, die durch einen neural initiierten vaskulären Reflex
entsteht, zu einer Demineralsierung des Knochens führt. Die Schädigung der sensorischen
Nervenfasern führt zu einem Verlust der Tiefensensibilität, Schmerz und
Temperatursensibilität. Schädigung der motorischen Nervenfasern führt zusätzlich zu
Muskelatrophien. Die muskuläre Unterstützung des Skelettes fällt aus. Durch die
Veränderung der Biomechanik kommt es zu einer Überdehnung von Bändern und
Gelenkskapseln wodurch Gelenke zerstört werden. Dies gemeinsam mit der
Demineralisierung führt zur Fraktur der Knochen.
Als Folge der Knochenzerstörungen kommt es zu einem Einbruch des Fußgewölbes, aber in
manchen Fällen auch des Sprunggelenkes. Durch atypische Druckbelastungen kommt es zu
Druckstellen an denen die Haut zusammenbricht und ein Ulcus entsteht. Diese Ulzerationen
werden in Kombination mit auf MRT festgestellten Flüssigkeitsansammlungen
fälschlicherweise oftmals für Osteomyelitiden gehalten. Die Konsequenz ist meist die
(unnötige) Amputation.
Das Ziel der orthopädischen Behandlung des Charcot Fußes ist die Stabilisierung. Dies
kann
in den meisten Fällen mit Gipsbehandlung im akuten Zustand, sowie der orthopädischen
Schuhversorgung gewährleistet werden.
Die chirurgische Therapie erfolgt, wenn das konservative Management erfolglos war und ein
Ulcus bereits entstanden ist oder vor der Entstehung steht. Die Operation erfolgt im
ruhigen
Eichenholtz Stadium III.
Bei isolierten Knochenprominenzen und stabiler Knochensituation ist eine reine
Exostosenabtragung indiziert. Oftmals ist eine perkutane Achillessenenverlängerung
notwendig, um die Spitzfußstellung aufzuheben. Bei massiven Fehlstellungen mit
Instabilität
ist eine komplexe Rekonstruktion notwendig. Hier ist das Ziel eine Situation herzustellen,
bei
der eine druckfreie orthopädische Schuhversorgung möglich ist.
Patienten:
1. Patient: 61 jähriger Patient mit diabetischem Charcotfuß und
Einbruch des medialen
Gewölbes sowie der Lisfranc´schen
Gelenkslinie.

Pre OP
6 Monate postOP
2. Patient

57 jähriger diabetischer Patient mit akutem Charcot Fuß.
Nach entsprechender Gipsruhigstellung wurde im ruhigen Eichenholtz III Stadium operiert.
Das prinzipielle Problem in der Behandlung der
neuropathischen Osteoarthropathie am Fuß besteht darin, dass Orthopäden nur sehr selten
in die Therapie eingebunden werden. Von internen diabetischen Ambulanzen werden die
Patienten so lange geführt, bis bei einem länger bestehenden Ulcus die Patienten
entweder dem plastischen Chirurgen zur Hautdeckung oder dem Chirurgen zur Amputation
vorgestellt werden.
Durch geplante Rekonstruktionen und Arthrodesen kann einem
Patienten solch en Verlauf oft, wenn auch nicht immer, erspart werden.
Fusszentrum Wien, Univ.
Doz. Dr. H.-J. Trnka, Dr. K.H. Kristen; Alserstraße 43/8d, 1080 Wien, Tel.:1- 480 85 93
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Charcot Osteoarthropathie