Mit den
Sparmaßnahmen der Krankenkassen, wurde
unter anderem auch das Thema Schuheinlagen unter
die Lupe genommen.
Die verschiedenen Meinungen dazu wurden in der vierten Ausgabe des Magazines "Ärzte
Woche" veröffentlicht, in der zu lesen stand:
23. Jänner 2008
Schachplatt den Einlagen?
Das Fußgewölbe steigt von der Ferse aus steil bis fast zur Fußmitte
an und flacht dann geradlinig bis zum Ballen ab. Ein Plattfuß liegt vor, wenn der
Mittelfuß den Boden berührt. Die Diagnose ist leicht zu stellen. Bei der gängigsten
Therapie scheiden sich allerdings die Geister. Denn hilft eine konsequente Fußgymnastik
nicht mehr, raten einige Experten zur Einlagentherapie. Doch eine Kosten-Nutzen-Rechnung
könnte Zweifel nähren
Pro
Füße und Unterarme einer Frau müssen von exhibitionistischer
Schönheit sein, meinte schon Salvador Dali. Doch so manch elfenhaftes Wesen
entpuppt sich als schmerzgeplagte Besitzerin unansehnlicher Plattfüße. Einlagen können
zumindest etwas Grazilität zurückgeben.
Um an ausgedehnten Spaziergängen und sportlichen Aktivitäten nicht die Lust zu
verlieren, empfiehlt Dr. Richard Lemerhofer, Präsident des Berufsverbandes der Fachärzte
für Orthopädie und orthopädische Chirurgie sowie niedergelassener Orthopäde in Baden
bei Wien, Patienten mit symptomatischen Problemfüßen mit Einlagen zu versorgen.
Bei schmerzhaften Knick- Senk- und Spreizfüßen gleicht die Einlage
Fehlbeanspruchungen im Sprunggelenk, Fußlängs- und Quergewölbe aus und kann
schmerzhafte Druckpunkte an der Fußsohle, beispielsweise im Bereich der
Metatarsalköpfchen, entlasten. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der
Schmerzsituation, wie Lemerhofer aufgrund seiner langjährigen praktischen Erfahrung
berichtet. Knick-Senk-Füße sind außerdem häufig mit einem Genu valgum, weithin auch
unter X-Bein bekannt, vergesellschaftet. Diese Fehlstellung führt zu einer
ungleichen Gelenksbelastung im Knie. Die Einlagenversorgung wirkt sich daher nicht nur
vorteilhaft auf die Rückfußstatik aus, konsekutiv kommt es auch zu einer günstigeren
Umverteilung der auf das Knie wirkenden Kräfte. Ich gebe auch gerne bei
ausgeprägter X-Stellung im Kniegelenk Einlagen, um diese Fehlbelastung
auszugleichen, nennt Dr. Lemerhofer einen weiteren Vorteil von orthopädischen
Schuheinlagen.
Jung, klein, platt
Oft suchen besorgte Eltern von vermeintlich plattfüßigen Kleinkindern den Orthopäden
auf. Doch alle Kinder
kommen plattfüßig zur Welt. Die Fußfunktion und -form entwickelt sich erst mit dem
Laufenlernen. Einengendes Schuhwerk und/oder Bindegewebsschwäche können dies behindern.
Der flexible Plattfuß ist im Kindesalter also eine natürliche Erscheinung. Der optische
Eindruck wird durch die dicken Fettpolster an der Fußsohle weiter verstärkt. Baut sich
im Zehenspitzengang das Fußlängsgewölbe auf, kann Entwarnung gegeben werden.
Barfußlaufen und Fußgymnastik sind angebracht: sie sind die natürlichen Feinde der
Fußdeformität. Die Fußgymnastik bleibt allerdings häufig erfolglos ein
typisches Complianceproblem.
In ausgeprägten Fällen kann aber die Einlage zur Verbesserung des Gangbildes führen,
ist jedoch nicht dringlich erforderlich. Sie sollte frühestens ab dem vollendeten dritten
Lebensjahr verordnet werden. Eine eigentliche Korrektur der Deformität ist durch die
Einlage zwar nur schwer erzielbar, kann jedoch die weitere Dekompensation des Fußes
verhindern.
Für jede Einlagenverordnung sind eine exakte Modellabnahme, am besten am hängenden Fuß
mittels Gipsabdruck, und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker
unabdingbar, erzählt Lemerhofer. Denn nur gut sitzende Einlagen werden auch getragen und
erfüllen ihren Zweck.
Sportler profitieren
Oft entwickeln sich Fußbeschwerden erst bei sportlicher Belastung. Dies offenbarte
eine Studie an der Universität Freiburg über Laufmechanik und muskuläre Aktivierung mit
Schuheinlagen bei asymptomatischen und symptomatischen Sportlern. Sobald den Läufern mit Überlastungsschmerzen Einlagen gegeben wurden,
stellte man eine erhebliche Reduktion der funktionellen Einschränkung fest. Außerdem
wurde in diesem Kollektiv eine erhöhte Aktivität des M. peroneus longus und somit eine
Verbesserung der muskulären Ansteuerung bemerkt. Eine Einlagenversorgung, insbesondere
beim Spreizfuß, so Lemerhofer, kann bei sportlicher Belastung günstig sein.
Aber nicht jeder Plattfuß verursacht Beschwerden. Es gibt Ethnien, in denen Plattfüße
gehäuft auftreten, aber keine Beschwerden verursachen. Ein Plattfuß, der nicht schmerzt,
bedarf keiner Behandlung. Beim Spreizfuß, der in unseren Breiten häufig vorkommt,
verhält sich die Sache anders. Oft hübsch anzuschauen, dekompensiert der Spreizfuß
früher oder später: Krallenzehenstellung, Hallux valgus, Schmerzen und Druckstellen
folgen. Lemerhofer: Bei Jugendlichen kann die Einlagenversorgung dann Schlimmeres
verhindern.
Bei richtiger Indikation, exakter Anpassung und optimaler Schuhversorgung kann der Experte
von einer sehr hohen Kundenzufriedenheit berichten. Der beste Erfolg wird jedoch dadurch
erzielt, dass Fußkranke auf die beschwerdelindernde Wirkung der Einlage nicht mehr
verzichten wollen und endlich passendes Schuhwerk tragen.
Von Dr. Simone Höfler-Speckner
Contra
Zwei wichtige Einwände gegen Einlagen: Zweifel schürende Studien
sowie eine kritische Kosten-Nutzen-Rechnung.
Jedes zehnte österreichische Kind zwischen drei und sechs Jahren trägt Einlagen. Für
Notwendigkeit und Nutzen dieser Behandlung, für die Jahr für Jahr Millionenbeträge
aufgewendet werden, fehlen jedoch umfassende wissenschaftliche Beweise.
Was sollen orthopädische Einlagen eigentlich bewirken? Meine laienhafte Annahme
war, dass sie bei Kindern mit Fußbeschwerden helfen sollen, die Fußwölbung der
Idealform anzunähern. Dass dem nicht so ist, entnahm ich einer prospektiven Studie von
Dr. Dennis R. Wenger. Laut dem Experten für pädiatrische Orthopädie und seinen
US-Fachkollegen haben weder orthopädische Korrektur-Einlagen noch entsprechende Schuhe
über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren bei 129 Kindern mit Senkfüßen
signifikante Verbesserungen erbracht. Dieses eindeutige Ergebnis wurde bereits 1989
veröffentlicht.
Fußfehlformen wachsen sich häufig aus
Umso überraschender, dass es offenbar nach wie vor nur sehr wenige Studien gibt, die
sich mit der Wirksamkeit eines derart häufig verwendeten Heilbehelfes beschäftigen. Eine
davon stammt von der Universitätsklinik für Orthopädie in Wien. Dr. Martin Pfeiffer hat
gemeinsam mit etlichen Kollegen bei 835 drei- bis sechsjährigen Kindern erhoben, wie
viele Senkfüße haben. Während dies mithilfe eines Laser-Scanners bei 54 Prozent der
Dreijährigen festgestellt wurde, waren es bei den Sechsjährigen nur noch 24 Prozent.
Unnötige Behandlung
Offenbar wachsen sich die Senkfüße in der Mehrzahl der Fälle einfach aus.
Bekanntlich kommen Kinder ja auch mit platten Füßen zur Welt und erst durch das Laufen
während der ersten sechs bis zehn Lebensjahre bildet sich das stützende Fußgewölbe.
Zum Zeitpunkt der Wiener Studie trug jedoch bereits jedes zehnte Kind Einlagen. In der
2006 in Pediatrics veröffentlichten Arbeit heißt es denn auch, dass mehr als 90
Prozent der Behandlungen unnotwendig waren.
Orthopädische Einlagen sorgen also nicht dafür, dass Kinder mit Senkfüßen später
einmal Füße haben, die der Idealform nahe kommen. Sie sind offenbar nur in ganz seltenen
Fällen aus anderen Gründen medizinisch notwendig. Bislang gibt es freilich auch noch
keinen Beleg, dass Einlagen Schaden anrichten. Das Argument Nutzts nix,
schadts nix ist dennoch nicht geeignet, mich zu einem Befürworter der allzu
großzügigen Anwendung dieses Heilbehelfes bei Kindern und speziell Vorschulkindern zu
machen. Denn immerhin werden gegenwärtig in Österreich pro Jahr für orthopädische
Einlagen für Kinder unter zwölf Jahren schätzungsweise rund zehn Millionen Euro
ausgegeben. Das ergibt meine Hochrechnung auf Basis von Daten des Hauptverbandes der
österreichischen Sozialversicherungsträger und der Vorarlberger Gebietskrankenkasse.
Laut Versicherungsträger betrugen im Jahr 2006 die Aufwendungen aller
Krankenversicherungsträger für insgesamt 339.000 Fälle, in denen orthopädische
Schuheinlagen verordnet wurden, 18,4 Millionen Euro exklusive Umsatzsteuer. Laut
Gebietskrankenkasse wurden in Vorarlberg im zweiten Quartal 2007 rund 57 Prozent aller
orthopädischen Einlagen Kindern unter zwölf Jahren verschrieben. Es ist davon
auszugehen, dass dieser Anteil an der gesamten Versorgung mit orthopädischen Einlagen in
anderen Bundesländern ähnlich hoch ist. Somit wird also für eine Therapie, deren Nutzen
in zahlreichen Fällen fragwürdig ist, Jahr für Jahr sehr viel Steuergeld ausgegeben.
Das ist dann mein zweiter wesentlicher Einwand gegen die orthopädischen Einlagen.
Barfusslaufen ist billiger
Bleibt noch die neueste Neuerung auf diesem Gebiet: die sensomotorischen
oder propriorezeptiven Einlagen, die mittels High-Tech-Equipment spezielles
Feintuning beim Anpassen der Einlagen an die individuelle Fußform bieten sollen. Salopp
formuliert könnte es sich also um eine Art Pimp my corrective inserts
handeln. Lassen wir uns also künftig von den Argumenten der Befürworter dieses
innovativen und nicht billigen Heilbehelfs überraschen auch wenn sie wenig
überraschend sein mögen. Oder wir setzen doch vermehrt auf ein sehr kostengünstiges
Heilmittel, das auch zahlreiche Orthopäden empfehlen: barfuß laufen.
Von Mag. Dietmar Schobel
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Patienten
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Fußberatung:
DALDOSCH bietet eine komplette ganzheitlich orthopädische Gang- u. Laufanalyse mit modernster Ausrüstung in
der Dauer von ca. 30 Minuten an, je nach den einzelnen Bedürfnissen. Ihr Gang und wie Sie
sich bewegen wird auf einem speziellen Laufband mit Drucksensoren und Schritterkennungs
Software und mit Videoanalyse aufgenommen und von erfahrenen OrthopädInnen analysiert.
Ihre Füße werden untersucht und es wird genau festgestellt, ob alles in Ordnung ist und
was getan werden kann.
Das bei DALDOSCH zum Einsatz kommende Konzept der "Ganzheitlichen
Orthopädie" zieht in Betracht, dass eine kleine Fußfehlstellung eine im
Körper aufsteigende Störung zur Folge haben kann, sowie umgekehrt. Eine von oben
kommende Störung wird sich letztendlich in einer Fehlstellung des ganzen Körpers
ausdrücken.
Eine Fehlstellung des Oberkörpers kann die Füße und den Gang beeinträchtigen.
Am schönsten ist der gesunde, natürliche Fuß, die Jurtin Einlage zielt darauf hin, ihn
wieder in diese Form zu bringen.
Schon lange weiß man, dass es besser ist einen Rucksack zu tragen, als eine schwere
Tasche am Arm, wegen der unsymetrischen Belastung. Bei den Füßen ist es auch so: Falsche
Schuhe erzeugen eingelernte Fehlstellungen, die dann bleiben und immer mehr auch andere
Komponenten beeinträchtigen. Unsere Orthopädinnen nehmen sich Zeit, genau
hinzusehen. Machen Sie Eine Bewegungsanalyse
Besser gehen = besseres Leben
DALDOSCH über
Schachplatt den Einlagen
In unserer heutigen schnellebigen und von der Technik geprägten Zeit wird immer mehr
versucht die persönliche Verantwortung besonders bei komplexen Dingen abzugeben, zu
delegieren, gut eignet sich dazu die Wissenschaft. Mit Studien aller Art
hat man dann etwas in der Hand, man ist auf der sicheren Seite.
In der letzten Zeit hat sich aber auch der Satz: "hören Sie auf Ihren
Körper" weiter verbreitet.
Gerade in einem Gebiet wie der Orthopädie hat man als Betroffener wenig davon, wenn man
laut Studie gar nicht hier sein düfte.
Da bringt es nichts wenn man versucht die Verantwortung generell an die Schulmedizin
abzugeben, ein "Angenehmer" zu sein, der sich damit abfindet, dass es eben nicht
mehr so geht wie früher, usw.. Das weiß man selbst sehr gut, aber wenn`s zwickt und
nicht passt, dann sollte man auf seinen Körper hören und auf die
Ärzte, von denen man glaubt, dass sie an einem`s persönlichen Anliegen interessiert sind
und nicht nur am Abfertigen.
Wie unterschiedlich die Meinungen und Ansätze in der Medizin sein können sieht man gut
an einem Beispiel zweier Publikationen durchaus anerkannter Mediziner.
Was für Sie am Besten ist, entscheiden aber nicht zuletzt Sie selbst, denn wenn Sie es
nicht tun, wird es niemanden sonst interessieren.
Spiraldynamik
C. Larson über Spiraldynamik
Expertiese von
Dr.A. Sikorski über veraltete L ehren und Praktiken in der Fußorthopädie.
Kleine Fehlstellungen, können im Körper aufsteigende oder abfallende Störungen
hervorrufen. Wenn man dies erkennent und rechtzeitig korrigiert, bleibt das Resultat
meist völlig unbemerkt. Denn, man spührt immer nur wenn etwas schmerzt, keine Schmerzen
hingegen, bleiben unbemerkt.
Fußzentrum
1180 Wien,
Gentzgasse 135-137
Simonygasse 10 -12
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